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RWC 2008 - Bericht - Zusammenfassung

 

Am Mittwoch den 23. April trafen wir nach Absprache mit den Teamverantwortlichen der Österreichischen und Italienischen Liga die Entscheidung den Raimund Wieser Cup zu starten. Es war im vornhinein klar, dass bestenfalls 2 Durchgänge möglich sein werden. Die Wetterprognosen für den 1. Renntag den 25. April waren dann auch dermaßen eindeutig,

dass nach der Einschreibung der restlichen Piloten, der Durchgang nach einem kurzen Eröffnungsbriefing abgesagt werden musste. Am Samstag war das Höhentrog vom Vortag nach Osten abgezogen, die leicht föhnige Nordströmung sollte sich im Laufe des Tages deutlich abschwächen und so wollte man den Versuch starten einen Task durchzubringen. Mit Bussen wurden die Piloten zum Startplatz Platten oberhalb von Pfalzen gebracht. Unser Heimatstartplatz, die Uwaldalm, war durch die Schneefälle der letzten Tage und Wochen einfach zu winterlich. Um 15.00 wurde aber auch dieser Tag endgültig abgesagt, am Startplatz wechselten die Windverhältnisse andauernd, immer wieder setzte sich der Nordwind durch und an den Start eines Rennens mit 130 Teilnehmern war nie zu denken. Lokale Thermikflüge an besonders geschützten Orten konnte man vom Startplatz aus jedoch beobachten und im XContest war ein Flug von Lienz nach Innichen und retour dokumentiert, aber auch vom Helm z.B. auf der Südseite des Südtiroler Pustertales gelegen konnte an diesem Tage nicht gestartet werden. Am Sonntag waren dann die Wetterprognosen überwältigend, ein Hammertag wurde vorhergesagt, mittelhohe Schichtwolken und morgendliche Hochnebel verunsicherten dann doch den einen und anderen von uns, speziell als wir zum Startplatz nach Pfalzen fuhren und immer weniger Sonne zu sehen war kamen manchem Zweifel. Beim Taskbriefing um 11.45 hatten sich diese Zweifel aber im wahrsten Sinne in Luft aufgelöst. Die Wolkenbasis war wie vorhergesagt anfangs um 2800m und damit relativ tief, im Laufe des Tages stieg sie aber sehr deutlich. Wind war an den Wolken kaum feststellbar. In Anbetracht, dass es der letzte Renntag war und anschließend noch die Auswertung und die Siegerehrung anstanden entschied sich die Rennleitung zusammen mit dem Renndirektor Karl Reichegger, einem Urgestein der Südtiroler Drachenflieger Szene, für einen Task von 88,8 km über die Bojen Gitschberg, Frondeign, Startplatz Uwald, Pichl Antenne und Landeplatz Talschlusshütte. Das Startfenster wurde um 12.15 und die Startboje Gitschberg, mit einem Radius von 12km,um 13.45 geöffnet. Es zeigte sich, dass der Zeitabstand vom Eröffnen des Startfensters bis zum öffnen der Startboje bei diesen Bedingungen einfach zu lang war. Eine Stunde hätte gereicht um die, zusammen mit den Freifliegern, 130- 140 Piloten bei diesen konstant guten Bedingungen sicher in die Luft zu bringen und ihnen faire Ausgangsbedingungen zu ermöglichen. Als dann endlich der Startzylinder öffnete ging das Race Richtung Gitschberg los. Bereits nach wenigen Kilometern bildete sich ein Führungspulk von ca. 20 Piloten mit Luca Donini und Christian Biasi an der Spitze. Bei der Querung von der Eidechsspitze zum Gitschberg sind die ersten den Wendepunkt direkt angeflogen und mussten sich relativ tief wieder mit etwas schwächerer Thermik hocharbeiten, das ermöglichte vielen Piloten wieder an die Spitze anzuschließen. Anschließend ging es mit in rasantem Tempo die 43km über die Pustertaler Rennstrecke zur Boje Frondeign oberhalb von Toblach, weiter zur nächsten dem Startplatz Uwald im hintersten Gsiesertal, zurück zum Taleingang und anschließend zum Landeplatz neben dem Rennzentrum. Der Sieger Davide Cassetta benötigte dafür eine Zeit von 2:17:04, das entspricht einem Schnitt über die gesamten 88,8 km von 37,7 km/h, ein Wahnsinnsschnitt. Diese Durchschnittsgeschwindigkeit und die Tatsache, dass knapp 90% der Piloten das Ziel erreichten, zeigt, dass die Aufgabe für dieses Gebiet und diesen Tag eindeutig zu kurz und zu wenig selektiv war. Dieser Task bevorzugte die Schnellflieger, weniger die Taktiker. 2. wurde der Sextner Alex Happacher, 3. Alessandro Fuzzi vor Heli Eichholzer. In der Sportklasse siegte Mirco Cristoforetti mit einer Zeit von 2:21:32 vor Andy Frötscher und Martin Klotz beides Südtiroler. Die Damenwertung konnte Rosanna Scanagatta in 2:44:38 für sich entscheiden vor Marion Slunka und Maria Grazia Scrippa. Die allermeisten Piloten waren aber zufrieden, das Feedback war überwiegend positiv, und der Bevölkerung von Gsies bot sich ein einzigartiges Schauspiel, die dichten Pulks von Piloten die mit maximaler Geschwindigkeit das Gsiesertal mehrmals durchflogen. In den ersten 5 min überquerten nicht weniger als 20 die Ziellinie. Das Pustertal zeigte sich an diesem Sonntag für Thermikflieger auch wirklich von seiner allerbesten Seite. Allerdings mussten 2 Piloten mit dem Rettungsschirm notlanden, einer davon in extrem schwierigem Gelände, zum Glück unverletzt. Dabei zeigte sich, wie wichtig es ist, dass ein notgelandeter, oder auch abgestürzter Pilot, sofern er dazu in der Lage ist, sofort das Rennzentrum über seinen Zustand benachrichtigt, ansonsten muss vom Schlimmsten ausgegangen werden und sofort eine maximale Rettungsaktion gestartet werden. Die Flugbedingungen waren der Jahreszeit und dem Tag entsprechend stark thermisch mit Steigwerten über 8 m, aber immer weit im grünen Bereich. Gerade bei diesen Bedingungen muss jeder Pilot sein Können und die Schirmreaktionen auf Störungen realistisch einschätzen und seinen Flugstil entsprechend anpassen. Bei der Auswertung gab es einige Fehler, die auch dadurch zum Tragen kamen, dass wir es aus Zeitdruck unterließen, die Wertungen für eine gewisse Zeit auszuhängen, und die dann erst bei der Siegerehrung aufkamen und so, sowohl auf unserer, als vor allem auch auf Seiten der Betroffenen für Enttäuschung sorgten. Dafür möchten wir uns noch einmal entschuldigen. Weitere Probleme wurden dann vor Ort und auch in den nächsten Tagen noch behoben. Für uns waren es anstrengende Tage, vor allem weil es die erste Rennveranstaltung in dieser Größenordnung war und wir in vielen Bereichen Neuland betraten. Zugleich war es auch eine gewisse Befriedigung zu erleben, dass doch vieles gut funktionierte, vor allem waren diese Tage extrem lehrreich und die Liste für Verbesserungen wird lang. Ob es aberzu einer Neuauflage des Raimund Wieser Cup’s bereits im nächsten Jahr kommt wird neben dem Wetter auch eine gründliche Nachdenkfase über die Belastbarkeit unseres kleinen Vereins zeigen Wir alle vom Verein danken jedenfalls noch einmal von Herzen allen Piloten fürs Kommen und die Geduld, sowie den vielen Helfern und den Sponsoren. Der beste Helfer aber war trotz allem das Wetter, wem danken wir da?!

Weitere Berichte zum Raimund Wieser Cup von Teilnehmern. Wir danken den Autoren.

Rapporto sul sito della lega Piloti FIVL http://www.legapilotifivl.org

Bericht von Marion Slunka auf der Seite der Östereichischen Liga http://www.paragleiter.org
(Link: http://www.marionslunka.blogspot.com )

Bericht von Martin Klotz auf http://www.paraglidingsuedtirolcup.com
(Link: http://www.paraglidingsuedtirolcup.com/Aktuelles/Rennbericht-RaimundWieserCup2008.doc )

Fotogallerien von Teilnehmern und Zuschauern: Fotos von der Gallerie auf http://www.paraglidingsuedtirolcup.com
(Link: http://picasaweb.google.de/PSC.Foto/RaimundWiesercup2008)

Beeindruckende Bilder von Andy Frötscher auf www.paragliding.it
(Link: http://paragliding.it/photofiles/gallery/rwc08 )

Film von Davide Carpignano
http://it.youtube.com/watch?v=AmlkMWKKNxo

 

RWC 2008 - Ergebnisse (Resultati, results)

RWC08_Task1_Assoluta.pdf        RWC08_Task1_Femminile.pdf        RWC08_Task1_Sport.pdf




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Stand: 05. Oktober 2008.